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  • realfiktion
  • 12. Dez. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Feb. 2025

06.02.2021

Da kann man nichts machen.

(1) Früher wog ein Kleinwagen so viel wie das Herz eines Blauwals – aber bekanntlich wird ja alles immer schwerer. Ein VW Polo unter einer Tonne? Die Zeiten sind vorbei.

(2) Es liegt an der Elektronik. Alles mögliche wird da mittlerweile verbaut: Antiblockiereinrichtungen, Assistenzsysteme, Navigationsgerät, ausladende Body Control Units: Schnickschnack. Eine kleine Apparatur, kabellos und kinderleicht mit vier Druckelektroden an die Brust geheftet, reicht – mehr Körperkontrolle braucht man nicht.

(3) Der Blauwal ändert seinen Herzrhythmus je nach Wassertiefe: am Meeresspiegel dreißig bpm, auf Tauchgang nur drei. Wie sparsam und vorbildlich!

(4) Ganz habe ich selber den Bogen noch nicht raus: mein Herz (250g) ändert den Takt alle paar Sekunden, schießt öfters gleich ein paar Salven Blut auf einmal aus der Kammer und macht dann eigensinnige Pausen, leider auch mal länger als mir bekommt. „Er ist ja so ein impulsiver Typ!“, wird oft über mich geflüstert. Unter der Haut aber auch hier nur unnützer Elektrokram. Das muss alles raus, sagt die Ärztin.

(5) Man rutscht bei diesem Auf und Ab auch schon mal unter die Wasserlinie, gefühlsmäßig. Nun gut: das hilft, wieder über den Tag hinaus zu denken. Irgendwann bekommt man auch wieder Auftrieb. Mutter, stoisch und kommentarlos, sendet per Post ein Kilo Spritzgebäck.

(6) Sachlichkeit liegt in der Familie. Da kann man nichts machen. Alles halb so wild. Geht schon wieder vorbei.


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