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  • realfiktion
  • 13. Dez. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Feb. 2025

03.04.2021

Augenblicke der Achtsamkeit.

(1) Es sich nett machen. Halbwach. Morgens um drei. Am Fenster zum Hof. Sich einen Moment der Seelenruhe gönnen, im Frieden der Nacht: Für eine zerfleischende Bilanz alles Bisherigen.

(2) Die Lage, die ihr kennt. Privat die Krise durchaus nicht als Chance genutzt, weder Selbstverwirklichung noch Selbstverbesserung. Phlegma; nur einmal im Januar widerwillig die Kiste „Ungeöffnete Post 2020“ inspiziert, danach sofort Erschöpfungsschlaf. Im Alltag zurückgeworfen auf einzelgängerische Hobbys (Strickliesel, Satansmessen, Levitation), das frühere, muntere Dasein – dahin.

(3) Aber man muss vernünftig bleiben.

(4) Der Umriss eines Wiesels oder Eichhörnchens gleitet über das Hinterhausdach, geschäftig, verstohlen. Es sind kleine, magnetische Tiere, getrieben von dunklen Plänen, in unklarem Auftrag.

(5) Drei Uhr morgens, woher, wohin? Was tut sich da auf? Halbschlaf. In der Luft schon hörbare Spannung, ein Rieseln in den Mauern, unsichtbare Verwerfungen. Schwingungen, Schwankungen, knisternde Felder.

(6) Dem Wiesel zuflüstern: „Psst! Man muss vernünftig bleiben!“ – und schon springt es vom Dach.


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