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  • realfiktion
  • 23. Nov. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Jan. 2025

03.05.2018

Der Mensch erscheint im Holozän.

(1) Die letzten kläglichen Mobilfunksignale in Sooke, danach: nichts mehr. Dreißig Kontrollblicke aufs iPhone pro Stunde – unverändert „kein Netz“. Die Kanadier brauchen das Internet nicht, sie haben ja die Wälder.

(2) Wegwerfende Handbewegung der Office Lady im Pacheedaht Trailer Park, nach dem Wifi-Schlüssel befragt: “beachparktwothousandandsomething – I forgot.” Fall erledigt.

(3) Die Nachbarcamper*innen haben sowieso ganz andere Konzepte von Kommunikationstechnologie: die alleinerziehende Mutter mit drei Kindern und vier Hunden, deren Auge so nervös zuckt, wenn man sie anspricht, oder der Mann, der ein Wildschwein in seinem Wohnmobil hält und abends auf dem Dach stehend mit einer über den Kopf gestemmten Motorsäge musiziert.

(4) Andererseits: Der Mensch nur ein belangloses Pünktchen in der gigantischen, jahrmillionenalten Landschaft. Fichten, Flechten und Farne, soweit das Auge reicht, Felsen, Tide, Brandung. Kein Telefon, keine Steckdosen, keine Notfallapotheken, keine Supermärkte, keine Wasserleitung, keine Siedlungen, keine Straßen. Rohe Natur, Mischung aus Urzeit und Endzeit.



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