- realfiktion
- 11. Dez. 2024
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Feb. 2025
03.12.2020
Stillleben.
(1) Mitten in der Millionenstadt, mitten im, nunja, Herbst der eigenen Jugend: Landleben, Rentnerdasein. Verbissene Spaziergänge entlang der Güterumgehungsbahn, immerhin fast psychedelische Zerstreuung durch wechselnde Grautöne des norddeutschen Himmels: Mal Staub, mal Blei, mal Asche. Wie gut das tut!
(2) Dunklere Tage, schwindende Vorräte. Man hätte im Sommer Farben sammeln sollen und Sonnenstrahlen – wie diese Maus Frederick.
(3) Selbst Wörter werden knapp. Zuhause aber, frisch inspiriert, gleich Burtons „Anatomy of Melancholy“ aufgeschlagen – eine heitere 1600-Seiten-Abhandlung, die fast komplett aus Aufzählungen besteht und gleich alles wieder ins rechte Maß rückt:
(4) “We can most part foresee these epidemical diseases, and likely avoid them. Dearths, tempests, plagues, our astrologers foretell us; earthquakes, inundations, ruins of houses, consuming fires, come by little and little, or make some noise beforehand; but the knaveries, impostures, injuries, and villainies of men no art can avoid.” (i, 135)


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