- realfiktion
- 8. Sept. 2024
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Aktualisiert: 20. Feb. 2025
05.05.2016
Gestern starb Naknik, bester kleiner Hund der Welt. Er war immer gut gelaunt und freundlich interessiert an allem und jedem. Wenige führten ein so bewegtes Leben und waren so weitgereist, wenige konnten ihre Weltweisheit so klug und bescheiden hinter einer Maske aus Dämlichkeit und Ungeschick verbergen wie er. Ballspiele betrieb er mit derselben Leidenschaft wie Religionskritik (=Pupsen und Selbstbefriedigung vor dem Kirchenaltar), besetzte Häuser verteidigte er ebenso unerschrocken wie seine Schlummerdecke.
Er beging Fehler, aber keine, die man ihm nicht sofort verzieh. Er war schön, aber auf eine unaufdringliche Art und Weise. Eine Kölner Punkband schrieb sogar ein Lied über ihn, aber der Ruhm stieg ihm nicht zu Kopf – er leckte alle ab, ohne Ansehen der Person, und seine Lieblingsspeise blieb zeitlebens der einfache, eklige Dreck von der Straße. Müll ging auch.
Er war immer gut gelaunt und unternehmungslustig. Noch in seinen letzten Tagen ließ er nichts aus: Er machte lange Wanderungen, fuhr ans Meer, tobte ohne Leine durch Planten & Blomen, stahl dort allen Leuten die Picknickbrote und kackte zum Schluss triumphal in den Kindersandkasten.
Er kam vor fast dreizehn Jahren auf Mallorca zur Welt, lebte als Strandhund, wurde eingefangen, in eine der berüchtigten Tötungsstationen verbracht und dort im letzten Moment gerettet. Er fand Asyl in einem Frankfurter Tierheim und schließlich bei seinem Besitzer, dem er alles bedeutete, dem er sogar selbst das Leben rettete und zum besten Freund wurde, unzertrennlich, zehn glückliche Jahre lang.
Naknik, bester kleiner Hund der Welt, hat die Welt gestern verlassen. Wir bleiben traurig zurück.


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