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  • realfiktion
  • 2. Dez. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Feb. 2025

06.03.2019

Aschermittwochsmenschen.

(1) Der Mann, der die Garderobe überwacht: ein Aschenkreuz auf der Stirn, die Frau, die den Kaffee abkassiert: ein Aschenkreuz auf der Stirn, die Frau, die den Saal mit Mapplethorpe-Fotos beaufsichtigt: ein Aschenkreuz auf der Stirn.

(2) Die Besucher*innen huschen schnell an Bildern des „X Portfolio“ vorbei, verlegenes Kichern, verstohlenes Starren, verkniffene Münder; Kinder werden schnell in die nächste Etage geschoben, wo wieder Hilma af Klint mit bunten Kreisflächen beruhigt.

(3) Schrecklicher Verdacht: Zwanzig Jahre Internet (und zwölf Jahre tumblr, wo man Mapplethorpe-Motive millionenfach sieht) haben nichts zur Befreiung des Menschen beigetragen und irgendwas am allgemeinen Wunsch geändert, in einem Gesellschaftsmuseum zu leben – am besten kuratiert von Annegret Kramp-Karrenbauer oder irgendwem von diesem Schlag. Sachdienliche Hinweise aufs Gegenteil erbeten.


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