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08.02.2026

(1) Schneegrenze vor Osnabrück, weiter südlich längst Anflug von Frühling, wiedergeborenes Grün, nervöse Vögel, süßliche Luft.

(2) Das norddeutsche Schicksal, die Hälfte des Lebens an den Winter zu verlieren, wenn alles in Dunkelheit erstarrt, während die Hibiskusblüte ganz Westfalen aufleuchten lässt und man in Hessen längst singend zur Ananasernte auszieht. Explosion brasilianischer Lebenslust auf den Straßen von Rottweil. Die flirrende Februarhitze am Bodensee: der vom Himmel tropfende Speichel des Hundssterns.

(3) Dafür hat Hamburg im Mai drei schöne Tage; auch Mitternachtssonne und die Aurora Borealis (leider verschlafen).

(4) Am frühen Sonntagmorgen laufen versprengte Gruppen von Karnevalisten durch Bonn, ein geschäftiges Hin und Her, halb betrunkene, halb erkennende Blicke, knapper, zielbewusster Austausch, nur ein Satz hörbar, gurgelnd geraunt vom einen Honoratioren zum anderen:

(5) „Da steischt die Stimmung ins Unermesslische.“

(6) Wiedersehen mit den Eltern, die die Hälfte ihres Lebens an irgendetwas anderes verloren haben, das sie nicht benennen können. Jetzt, gegen Ende, ist nichts mehr übrig. Fragen können sie kaum noch folgen, auf Gespräche lassen sie sich nicht mehr ein. Auf dem Weg zum Auto schauen sie unbeholfen in den Himmel und suchen – die Nachbarn hätten schon die Kraniche ziehen gesehen, es werde auch Zeit.

(7) Ausschau halten: einmal noch, ein letztes Mal –



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