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  • realfiktion
  • 6. Dez. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Feb. 2025

09.10.2019

Recht auf Stadt, Pflicht zur Stadt. Letztere immer wieder grob verletzt in künstlich erschaffenen Regierungssitzen (Canberra, Ottawa, Washington): Übermaß an Repräsentationsdesign, in jede Richtung bedeutungsschwere Sichtachsen, Teiche, Hügel; steriler Symbolismus noch im letzten Kreisverkehr – was so passiert, wenn Stadtplanern plötzlich irgendwelche Ideen zu Kopf steigen (selten Rückzug aufs Wesentliche). Dazu in Washington viel Federal Style, überzuckerter Klassizismus und vergilbte neuere Dienstleistungsarchitektur. Komplett in Béton brut errichtetes U-Bahn-System zwar, aber dieser Stilwille gleich wieder dadurch gebrochen, dass die Waggons komplett mit Teppich ausgelegt sind. Nichtmal das übersaturierte Vancouver leistet sich das. Retortenhauptstädte bräuchten inspirierende, aufregende, unterschiedliche Menschen, naturgemäß wohnt dort aber nur: der Verwaltungsapparat. Canberra nunmal nicht „die Stadt, die niemals schläft“, Ottawa nicht „La Serenissima“ und Washington nicht „The Big Easy“. Sondern leider: The Big Bore.


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