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  • realfiktion
  • 16. Nov. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. Feb. 2025

09.03.2018

Last Exit Schneverdingen.

(1) Abseits der Autobahn windet die Straße sich endlos durch neblige Wälder, Ackerbrachen verschwinden unter Seen aus Schmelzwasser und Gülle. Unbeleuchtete Gehöfte querfeldein, mit jedem Kilometer morscher und winziger – sonderbare, abnorme Zwerge scheinen hier zu wohnen, in Abgeschiedenheit und völliger Finsternis.

(2) Im letzten Dorf vor dem Ziel, schon tief in der Südheide, alle Geschäfte geschlossen bis auf einen Laden, wo man uns schweigend anstarrt, während draußen unser ausländischer Mietwagen von hutzligen Gestalten umrundet wird. Ihre Augen haben keine Lider.

(3) Hinter dem Laden drei Kirchen, das Hermann-Löns-Denkmal, das Heimatmuseum, das Schützenhaus und die dubiose, in einem verlassenen, winterkahlen Park gelegene Missionsanstalt. Ein Mann im Hubertusmantel hebt die Arme gen Himmel. Droht er? Warnt er? Dann wieder durch Nacht und Wälder, in immer engeren Kurven. Niesel wird Regen, Regen wird Nebel. Und endlich ragt daraus dunkel drohend der Ort hervor, an dem wir die nächsten 24 Stunden verbringen werden: der Heide-Ponyhof „Gut Landliebe“.

(4) Bitte abholen.


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