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  • realfiktion
  • 23. Nov. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. Feb. 2025

12.05.2018

Tag 60 in der Wildnis.

(1) Endlich in vollkommener Harmonie mit allem – lächelnd gehe ich auf im großen Ganzen der Natur. Pilz, Baum und Tier sind meine Familie, Sonne und Sterne leiten meinen Weg, ich sehe das Licht, höre die Erde, fühle den Stein und schmecke das Wasser. Den wenigen Menschen, die mir begegnen, mache ich meine Liebe zum bedingungslosen Geschenk.

(2) Selbst den Redneck-Campern, die, wenn ihnen abends langweilig ist, eine Waffe ziehen, in ihr Lagerfeuer schießen und röhrend lachen, weil ihnen ja all ihre sonstige Männlichkeit verboten wurde, die armen Dinger. Hege auch keinen Hassneid mehr gegen Fische, für die man hier im absoluten Nirgendwo eine millionenteure Infrastruktur bereithält, während ich nichts als ein baufälliges Plumpsklo habe und Stockbrot backe und überhaupt so lebe wie ein Siebtklässler auf Abschlussfahrt: es ist, wie es ist, und es ist gut so. Ich freue mich für euch, ihr Lachse! Springt nur weiter fröhlich umher in eurem Fluss! Soeben weckten mich sein donnerndes Rauschen, der majestätische Sonnenaufgang und das Jucken der liebevollen Stiche meiner neuen Freunde, der Insekten.

(3) Oh, dieses furchtbare, unerträgliche Jucken.

(4) Und diese schlimmen, süßen Träume jede Nacht, in denen mir ein Maple Syrup Cheesecake erscheint!



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