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12.07.2026

(1) Die Welt in ihrem Widersinn. Autoleistung wird in Pferdestärken erfasst, die Größe von Dörfern in der veralteten Maßeinheit „Seelen“. Dabei schürt nichts so sehr die Erwartung der dicht bevorstehenden Zombie-Apokalypse wie etwa ein Gang durch Geversdorf, das scheinbar sommerschläfrig daliegt, in einer drückenden, geisterhaften Mittagsstille, und niemand ist auf der Straße zu sehen. Hinter den Fenstern die Untoten, graue Haut, leere Augen, hungrig nach Menschenfleisch. Eben hat sich eine Gardine bewegt.

(2) Tour über diese Dörfer mit ihrem scharf gestellten Fokus auf Ordnung und Überschaubarkeit, mit Eigenheimen und rasiertem Rasen: bester Boden für gebrauchsfertige Untergangsphantasien und Pessimism Porn, alles in eine dunkle Zukunft hochgerechnete Variationen des Satzes, dass Ordnung irgendwie in ein Bedürfnis nach Totschlag übergeht.

(3) 700-Seelen-Nest. Exakt seit Mitternacht dürfen Plakate für die Kommunalwahl aufgehängt werden – um 12 Uhr sind sechs präsent, zwei am Ortseingang, zwei am Ausgang, zwei an der Kreuzung. Sie werben ausschließlich für die Ghoul-Partei, als ob es schon keine andere mehr gibt. Vielleicht ist noch nicht die Zeit der Monster, aber der Ort stimmt.



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