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  • realfiktion
  • 11. Dez. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Feb. 2025

12.08.2020

Rettung auf Verlangen.

(1) Auffrischungsfortbildung zum Ersthelfer. Früher durfte man Themenschwerpunkte angeben, seit dem Wunsch nach Wiederbelebungsübungen an gestohlenen Leichen (wie hier) werde ich nicht mehr gefragt. Unsere Dienststelle einfach kein Ort für Romantik.

(2) Wir sind nüchtern veranlagt, und sparsam: Unser Defibrillator wird in einem Schrank aufbewahrt, zu dem wir keinen Schlüssel haben, der in einem Geheimversteck verbleibt, aus Sorge um das teure Gerät. Entsprechend sollten wir aber auch aufhören, Rettungssanitätern bei einem Notruf immer gleich die Adresse zu verraten. Das ist geschwätzig und schwächt ihre Selbstkompetenz!

(3) Guter Rat zu weggeworfenen Ohren und Haltungsfragen: wichtig gerade bei uns, wo alle immer nur eine Position haben wollen, aber keine Haltung – und wenn, dann die falsche.

(4) „Einen ausgeschlagenen Zahn in Milch einlegen“ – so beginnen die besten Kochrezepte! Aber nach fünf Stunden Dauer, bei verschlossenen Fenstern und knapp 40 Grad Celsius lösen sich irgendwann alle Worte in dickflüssiger Luft auf. „Überspannung“, „Vernichtungsschmerz“, „Druckpunkt aufsuchen“, „Herz entlasten“; „Trösten Sie“, „Verknoten Sie die Wundkrawatte“, „Legen Sie eine Hand an die Stirn-Haar-Grenze“ und „Ermöglichen Sie ein menschenwürdiges Sterben.“

(5) Ja, das wollen wir tun. Menschenwürdiges Leben ist kein Fortbildungsthema.


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