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  • realfiktion
  • 6. Dez. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Feb. 2025

15.12.2019

Die Welt im Rückwärtsgang.

(1) Ostsee, 59 Kilo flattern im Sturm, Gewicht eines einfachen Koteletts im Restaurant Hermannshöhe (bürgerliche Küche).

(2) Umdrehen und gegen den Wind stemmen, aber Achtung! Überall Warnschilder vor „abbrechendem Steilufer” mit Piktogramm-Männchen, das rücklings ins Bodenlose fällt.

(3) Der ganze Küstenabschnitt ein einziger Erdrutsch – symbolischer Wochenausgang, Spurensuche am Abgrund, z. B.: Wann war eigentlich die letzte Wahl, nach der man nicht zwei Tage lang die Nachrichten ausschalten und vintage classics ansehen musste?

(4) Bürgerliches Umfeld beschwichtigt: wird schon alles nicht so schlimm kommen, Unheilsprophet! (Übersetzt: wir werden uns jedenfalls zu arrangieren wissen.) Im eigenen Soziotop: linke Melancholie, ähnlich wie Kunst notwendig schön und notwendig nutzlos.

(5) Wir waren mal weiter. Überhaupt, Hermannshöhe! Was wurde denn aus dem Schwur, nie mehr irgendwo einzukehren, wo das Wort „schlemmen“ auf der Speisekarte steht?

(6) Letzter freier Tisch neben der Behelfsbühne, wo ein zunehmend verzweifelter Kinderanimateur versucht, ein Publikum von Sechsjährigen zu gewinnen, die schon zwei seiner Zauberstäbe zerbrochen haben. „Jetzt, nein, Malte! Nein! Hör aber auch mal auf, die Sachen hier alle kaputt zu machen!“

(7) Sechsjährige Maltes, die nichts wollen als die Welt brennen zu sehen. Eigentlich müssen sie nur aus dem Fenster schauen.


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