- realfiktion
- 25. Aug. 2024
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Aktualisiert: 29. Jan. 2025
16.02.2013
(1) Aus dem Lab zurück, alles ist geglückt. Fünf Uhr, wir stellen Brötchen auf den WG-Küchentisch und reden noch eine knappe Stunde über Zeug. Dann Kopf auf Standby, der letzte Wunsch: gemeinsam einzuschlafen.
(2) Als wir sein Zimmer betreten, dies: alles verwüstet, Möbel umgestürzt, Müll auf dem Boden, mit klebriger rosa Farbe beschmiert. Verwirrung. Vorahnung: Der Rottweiler, der wild herumspringt und kaum zu bändigen ist, muss einen epileptischen Anfall gehabt und danach, irr vor Hunger, neben vielen anderen Sachen auch Farbsprühdosen zerbissen haben – was ihn durchaus vergiften könnte. Nicht gut.
(3) Rosa Farbe auf dem Linoleum, auf den Regalen, an den Kommoden – und auf dem anderen Hund, ein greiser, tauber, fast blinder Dalmatiner, der vor lauter Verwirrung ins Zimmer gekackt hat. Sitzt müde und verständnislos neben dem Chaos. Es braucht eine Dreiviertelstunde, bis die Schäden grob beseitigt, die Tiere halbwegs beruhigt und versorgt sind, und wir uns hinlegen können.
(4) Um halb elf das Ganze von vorn: lautstarker Anfall, wieder muss der arg leidende, tobsüchtige Hund mühsam gezähmt werden und beißt, als er einmal meinem Griff entwischt, zielsicher einen Sack Flüssiglatexkleber an, der sich auf ihm und dem gerade geschrubbten Boden ergießt. Hund 2 kommentiert still durch neuen Kackhaufen.
(5) Noch später klettern wir nochmal ins Bett, aber die Nacht ist vorbei. Alles ist schiefgegangen. Einmal, ein einziges Mal im Leben ein irgendwie romantischer Wunsch – durchkreuzt von einem epileptischen, klebstofftriefenden Rottweiler. Naturgemäß.


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