- realfiktion
- 3. Dez. 2024
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Feb. 2025
16.05.2019
Weltschmerzhauptstadt.
(1) Am tiefsten Punkt meines Missgeschicks: gesamte Reiseapotheke zuhause vergessen. Aber dann eben ohne, man macht sich sowieso zu viele Sorgen um sich selbst. Der Mann auf Sitz 34C, der bei Landung in Zürich mit feuchten Augen die Schweizerfahne grüßt: solche Leute brauchen viel eher Hilfe.
(2) 24 Stunden Lissabon und wieder komplett eingefangen in einer Zauberwelt aus Pastéis, niedlichen Straßenbahnen und traurigen Pharmazeuten, die mit tausend Gesten müden Bedauerns sagen: Nein, das führen wir nicht. Dagegen immer noch sinnloses Überangebot von Oregano, das die Händler auf dem Rossio allen als Gras andrehen wollen.
(3) Nachts zurück aus der Bar, eine Etage zu früh aus dem Lift – und direkt in einen Zahnarztstuhl gestolpert, der dort im düsteren Treppenhaus vor dem Praxiseingang steht. Sonderbar auch die toten Briefkästen, überquellend. Ach, die Tragik vergeblich zugestellter einsamer Botschaften, die nie irgendeinen Empfänger erreichen. Aber vielleicht ist genau dies das Geschäftsmodell der portugiesischen Post?
(4) Sommernachtshitze, kein Schlaf. Aber dann eben ohne, stattdessen eine ganze Staffel BoJack Horseman am Stück: “Kelsey, in this terrifying world, all we have are the connections that we make!”
(5) Ja.


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