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  • realfiktion
  • 23. Nov. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Jan. 2025

18.05.2018

Tag 72 in der Wildnis. Allein. Von einer Grizzlybärin im Kampf schwer verletzt, muss die Fleischwunden selbst ausbrennen und mit gebrochenem Bein hunderte Kilometer über Land robben, durch den beginnenden Winter. Lasse mich dann, immer noch blutend, in einem Fluss voller Eisschollen treiben, während ringsum die Welt im Schneesturm versinkt. Schließlich gibt man mir ein Pferd, das allerdings einen Abgrund hinunterstürzt. Mit der Tortengabel schlitze ich den Bauch des verendeten Tieres auf, drapiere seine warmen Eingeweide um die Schultern, lege mich selbst in die Körperhöhle – und überlebe so die tödliche Kälte. Das war mein Tag. Vielleicht war es auch nur der (dieser Reise zum Verwechseln ähnliche) Plot von „The Revenant“ – vieles verschwimmt leider in meinem Bewusstsein. Kann sein, womöglich bin ich sogar wieder zurück in Vancouver, liege in einem Schaumbad und esse weinend Käsekuchen. Was ist Fiktion, was ist real? Die Tortengabel, Grundwerkzeug des Pioniers. Ich halte sie fest in der Hand.


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