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  • realfiktion
  • 20. Dez. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 31. Jan. 2025

18.12.2022

(1) „I’ve got six things on my mind. You're no longer one of them.“ Nur diese Zeile sollte noch als Weihnachtslied erlaubt sein, alles andere verboten. Zu singen dann im Gottesdienst, auf Glühweinmärkten, mit der Familie am brennenden Baum. (Würde dann auch wieder mitmachen, vielleicht.)

(2) Beim Aufräumen vergessene Notizbücher entdeckt. „Gurkensalat → Kartoffelsalat → Wiener Schnitzel.“ Blendende Selbstevidenz dieser logischen Folgerung vom September 1998, wahrscheinlich überhaupt der einsame Gipfelpunkt meines Denkens – weggeworfen. 2022 endet in Unduldsamkeit gegenüber allem und jedem:

(3) Leute, die beim Bestellen „Ich bekomme“ sagen, Zeichen von unerträglicher Herrschsucht und Selbstsicherheit.

(4) Der sensible New Yorker Dichter, erst letztes Jahr aufgetan. Hat sich inzwischen als Jünger des Fascho-Milliardärs entpuppt – der, den sie alle immer nur beim Vornamen nennen, in dieser schmierigen Mischung aus Anbetung und Anbiederung. Dichtet auch nur noch Oden auf Jesus, Keta, Koks und sich selbst. Vielleicht wächst sich das wieder aus, aber wer kann so lang warten?

(5) Das ganze Tingeltangel. Dafür ist keine Zeit mehr.

(6) Berlin, minus 8 Grad, Dauerdämmerung. Hier noch vier Monate bis zum nächsten Frühling.


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