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  • realfiktion
  • 2. Dez. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Feb. 2025

21.04.2019

Grab halbvoll / halbleer.

(1) Der Friede des Auferstandenen sei mit euch, etc.

(2) Bestuhlung im ehemaligen Lesecafé neuerdings auf Bierbänke umgestellt, damit sich niemand mehr bequem anlehnen kann. Seit Saisonbeginn außerdem schon wieder Komplettaustausch der Klientel: Nach den Lesenden und den Brüllmüttern nun die allberechtigten Ray-Ban-Student*innen, die beklagen, dass sie in einer Vorlesung neunzig Minuten lang zuhören müssen, ohne selbst sprechen zu dürfen – „also fast zwei Stunden, weißt du, you know what I mean? Zwei Stunden! Zwei! Ich meine: Hallooo?!! Anyway.“

(3) Nachts Rückenschmerzen vom Sitzen ohne Lehne. Körpererosion! Gefühlslage nicht besser.

(4) Osterbotschaft: Man kann ‚Erosion‘ nicht ohne ‚Eros‘ schreiben. Für Berlin aber zu müde, dazu unerbetene Chat-Anfragen von 20jährigen, die fordern, dass man ihnen auf Instagram folgt, und beleidigt tun, wenn man Nein sagt. Recherche ergibt, dass sie dort ca. 75000 Bilder ihrer eigenen Fresse hochgeladen haben, nur die Stadtmarketingskulisse wechselt, Hashtag Alster, Hashtag Elphi, Hashtag Sonnenuntergang.

(5) Möchte weg aus unserer kleinen Stadt. Aber wer möchte unter den herrschenden Umständen eigentlich überhaupt noch auf unserem Planeten bleiben? (Man hört, Beteigeuze sei sehr schön um diese Jahreszeit.)

(6) Der Hund schaut von seiner Lektüre auf und zitiert: „Verkleistert wird die Perspektive, ob nicht der Zustand, in dem man an nichts mehr sich halten könnte, erst der menschenwürdige wäre“.


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