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21.10.2026

(1) Eine Wolke österreichischer Schlamperei schwebt seit Tagen über meinem Kopf und begleitet die Reise. Schlecht gepackte Tasche, verschusselte Arbeit, Schiefheilungen in letzter Minute. Der Schnürsenkel reißt, auch der Tragflächenansatz des A320 nach Wien sieht aus wie perforiert. Kann das angehen? Egal, man muss sich all dem mit Nachdruck ergeben. Nächstes Mal Sitz am Gang buchen.

(2) „Passt.“ Wie man sich hier ganz knapp vom Weltdrama distanziert, vor emotionaler Erschöpfung schützt, jeden zehrenden Austausch verweigert und freundlich lächelnd zu rein nichts etwas beiträgt! Ein einziges Wort als Reaktion auf alles von „Bitte einmal die Topfenpalatschinken“ bis „Lasst alle Hoffnung fahren!“

(3) „Passt eh.“

(4) Seit neuestem fährt außerdem die Linie 18 über das Ernst-Happel-Stadion hinaus bis zur Umkehrschleife Doktor-Natterer-Gasse – sehr schick und lenkt hoffentlich mehr Interesse auf die romanhafte Person des Doktors: Sohn eines kaiserlichen Falkoniers, Tierpräparator und Teilnehmer der von Fürst Metternich entsandten österreichischen Brasilienexpedition, die einen besonderen Lungenfisch entdeckte und dem Naturhistorischen Museum gut 30000 Insekten zur Sortierung überließ. Durch Schlendrian dauerte die Reise allerdings neunzehn Jahre statt zwei.

(5) Philosophische Rand- und Teilbezirke im Uhrzeigersinn: Ontologie, Eschatologie, Epistemologie, Ästhetik (c/o Gumpendorf). Auch im Chaos ist Ordnung, man muss sie nur finden. Ergebenst, mit Nachdruck.



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