- realfiktion
- 29. Nov. 2024
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Aktualisiert: 14. Feb. 2025
22.07.2018
Nach fünf Wochen.
(1) Die Glückssträhne endet, wie so oft, beim deutschen Berufsbeamtentum: alle internationalen Angebote durchkämmt, aber weder meine Fähigkeiten sind gefragt, noch diese Stadt. Das nächstliegende: irgendeine fachfremder Aushilfsjob irgendwo in der peruanischen Provinz. Man darf nie das nächstliegende wählen.
(2) Unbegreiflich, wie man nicht in New York City leben wollen kann. Schon unbegreiflich, wie man überhaupt außerhalb von Großstädten wohnt und dann nicht rund um die Uhr Amok läuft vor lauter Ländlichkeit. Selbst ein Ruhestand im Faerie Sanctuary indiskutabel, weil nur umgeben von Natur.
(3) New York ist leicht zugänglich. Wer ankommt, denkt: ‚Diese Stadt kenne ich doch aus dem Fernsehen!’ – und hat Recht. Einfache Geographie (Schachbrett), einfacher Verkehr (niemals auf Grün warten), einfache Umgangsregeln (Hinweisschild in der U-Bahn: “Don’t flash your jewelry”). Der zwischenmenschliche Rest, wie sich gezeigt hat, läuft von selbst. Man war hier sehr nett zu mir.
(4) Blick von Governors Island nach Norden. Lower Manhattan ragt aus dem Wasser heraus in die Wolken hinein; ein Ding der Unmöglichkeit, ein künstlicher Fremdkörper aus Metall und Glas, der auf keinen Fall dort hingehört – aber wer ist schon die Natur, dass sie sich mit dieser Stadt messen könnte?
(5) Plus: New York Cheese Cake. Mehr ist nicht hinzuzufügen.


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