top of page
  • realfiktion
  • 11. Dez. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Feb. 2025

25.12.2020

Absurd person singular.

(1) Der, der statt seinem Körper ein Bild seines Audi Sportcoupé zeigt? Nein. Der, der stattdessen mit einem Merve-Büchlein posiert? Nein. Der mit der borstigen, verwitterten Haut? Nein. Der makellose Neunzehnjährige? Nein. Der, der „nur Normalgebliebene“ sucht? Nein. Der, der in völligem Ernst anfängt mit den Worten „Ich bin Informationsarchitekt und Druide“? Nein, nein.

(2) Der, der glaubt, ich müsste mein Qi ruhiger fließen lassen, es gebe da Punkte, Linien, Meridiane, weißt du? Nein. Der, für den ich meinen Grundwortschatz verkleinern soll? Nein. Der, der jedes WorT miT großem T schreibT? Nein. Der, der ausgerechnet Elon Musk für den Messias hält? Nein. Der, der sich leider gerade zufällig auf den Antillen befindet? Nein. Der mit der Headline „Heute abend gern live in Sasel“? Nein, nein, nein. In Sasel ist niemand gern und nichts ist live.

(3) Der, der nach jedem Satz „Wie meinst du das“ fragt? Nein. Der mit dem Profil, das sich liest wie eine Bewerbung bei KPMG? Nein. Der, der aussieht wie Gauland in Drag? Nein. Der, der schon die Revolution zum Boyfriend hat? Bedaure, nein. Der, der sich vor meinem tumblr-Blog ekelt? Nein. (Tzz!) Der, der aus der unendlichen Zahl möglicher Vorschau-Pics, unfassbar, das Foto einer Rinderroulade gewählt hat, weil er so Wert legt auf gutbürgerliche deutsche Hausmannsk– was? – Was? Lieber Gott, lass mich kein bürgerliches Wesen werden.

(4) Spaziergang Öjendorf, allein. Möchte mich wenigstens irgendjemand zur Einäscherung begleiten? (Ich würde sofort Ja sagen.)



Kommentare


Subscribe

Thanks for submitting!

© 2025 by Realfiktion

bottom of page