- realfiktion
- 25. Aug. 2024
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Aktualisiert: 29. Jan. 2025
26.06.2012
(1) „Man sieht ja auch das Kalkwerk erst, wenn man schon unmittelbar davor steht, so Konrad zu Wieser, das heißt, wenn man nur noch einen oder einen halben Meter davor stehe, dann sehe man es aber erst recht nicht, weil man nur noch einen oder einen halben Meter davor stehe. Das Kalkwerk sei ja auch nur von der Ostseite her zu erreichen und das sei merkwürdig, dass das Kalkwerk nur von der Ostseite her zu erreichen sei, aber auch wieder gar nicht merkwürdig, soll Konrad zu Wieser gesagt haben, einerseits sei das merkwürdig, andererseits gar nicht merkwürdig, alles sei einerseits merkwürdig, andererseits überhaupt nicht merkwürdig, genau an dieses merkwürdig hin und merkwürdig her erinnert sich Wieser, gegen Norden aber grenze das Kalkwerk wie auch gegen Westen ideal ans Wasser, gegen Süden ideal ans Felsgestein.“
(2) „Dem unvermittelt aus dem Gestrüpp Heraustretenden müsse aber doch immer die tatsächliche Größe des Kalkwerks verborgen bleiben, nur wer in ihm haust, wer es, soll Konrad gesagt haben, mit Kopf und Seele bewohnen und mit diesem ungeheuerlichen Mechanismus ausfüllen kann, könne das Ganze ausmessen. Erfassen nicht, aber ausmessen, soll Konrad gesagt haben.“
(3) „So müsse man annehmen, trete man aus dem Gebüsch heraus, meinte Konrad zu Wieser, das Kalkwerksinnere lasse nur die geringste Bewegungsfreiheit zu, dass man im Kalkwerksinnern nur den geringsten Spielraum habe, vermute man gleich, aber tatsächlich habe man im Kalkwerk den größten Spielraum. Aber das Tatsächliche sei tatsächlich immer anders, das Gegenteil, immer das Tatsächliche, tatsächlich.“
(4) „Also er gehe, habe er zu Fro gesagt, durch das ganze, ihm tatsächlich in solchen Zuständen und an solchen Tagen endlos erscheinende Kalkwerk und versuche, zum Ende des Kalkwerks zu kommen, komme aber zu keinem Ende, denn das Kalkwerk könne man durchgehen und durchlaufen und durchkriechen, soll er gesagt haben, und es nehme kein Ende.“


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