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  • realfiktion
  • 14. Nov. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Jan. 2025

27.12.2017

Frankfurter Verstörung.

(1) Luftdichte Vororte, wo jeder Tag zweiter Weihnachtsfeiertag ist. Gediegene 70er-Jahre-Doppelhaushälften soweit das Auge reicht. Mehrzweckhallen, Vernunftehen, Funktionsunterwäsche.

(2) Mit dem Hund entlang der Berger Straße, Frühstück für die schlafende Gastgeberin kaufen. Mehrere Einheimische mit Brötchentüten gehen auf die freundliche Frage, wo denn die nächste Bäckerei sei, wortlos weiter. Erst der vierte sagt, ohne den Schritt zu verlangsamen, „Waas isch ned.“

(3) Theater-Plakate werben für hessifizierte Kleist-Aufführungen („Der zädebberte Bembel“).

(4) Auf dem Römerberg: Tief einfallende Nachmittagssonne, Fachwerkkitsch, Handkäs mit Todestrieb. Und über allem der nie versiegende näselnde Singsang der Frankfurter*innen, der, egal mit welchen Worten, immer das eine sagt: „Oh, Hoffnung genug, unendlich viel Hoffnung – nur nicht für uns.“


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